Pandurenloch - Neuerscheinung!!!  Kriminalroman 2017, erscheint am 14. Dezember 2017, 178 Seiten, 9,90 €  Textumfang ca. 34350 Wörter ISBN 978-3-95452-719-9, Spielberg Verlag Neumarkt Fortsetzung von Krähentisch; Zeit und Orte: Frühjahr bis Herbst 2017; Landkreis Neumarkt i.d.OPf. – Sulzbürg, Sondersfeld, Neumarkt und weitere Orte im Lkr. NM, darüber hinaus Riedenburg und Altdorf Den Roman können Sie bei allen Buchhandlungen, bei einigen Internetanbietern, beim Verlag oder beim Autor erwerben. Zum Inhalt Kriminalkommissar Frieser ist in Pension. In einem Ort im Landkreis Neumarkt i.d.OPf. wird eine Leiche entdeckt. Alles deutet auf einen gewaltsamen Tod hin, doch vom Täter fehlt jede Spur. In Altdorf ist ein Mann verschwunden. In Sulzbürg kursiert das Gerücht, dass im Pandurenloch hoch oben auf dem Schlossberg der Pandur umgeht. Seltsame Geräusche kommen aus dem Fels.  Manche vermuten, die Mystik dieser Höhle werde heraufbeschworen. Frieser verspürt keine Lust dem Gerede  nachzugehen. Doch es will nicht verstummen. Ob damit auch die Leiche und der verschwundene Mann in  Zusammenhang zu bringen sind? Nichts deutet darauf hin! Plötzlich spitzen sich die Ereignisse zu. Erneut rückt  das Pandurenloch in den Brennpunkt. Zunächst ist es nur eine Ahnung, dann eine Idee, und plötzlich weiß Frieser, was er tun muss. Leseprobe Alfred hatte sich am Abend auf die Couch gelegt und war eingeschlafen. Er erwachte spät in der Nacht. Erst nach  einer Weile dämmerte ihm, dass ihn ein Traum gebeutelt hatte. In Alfred machte sich Erleichterung breit. Statt wie in diesem Traum Sklave seines Schicksals zu sein, war er Herr seiner selbst. Auch der Ort, wohin ihn sein Traum entführt hatte, und die Leute, denen sich Alfred dort ausgeliefert sah, waren wieder in weite Ferne entrückt. Er atmete auf. Statt im Würgegriff eines finalen Schreckens, ohne einen Funken Hoffnung seinem drohenden Ende ausgeliefert zu sein und vor Angst aufzuschreien, herrschte Ruhe, und  Alfred sah Gegenstände, die ihm vertrauter nicht hätten sein können. Der Leuchter über dem Couchtisch erhellte das Wohnzimmer. In diesem Licht schimmerte wie eh und je das  Kirschbaumrot des Schranks und es glänzte das Graubraun des Fußbodens. Wie immer aus diesem Blickwinkel, sah Alfred auch das Bild neben der Tür. Kaum, dass er all das wahrgenommen hatte, verflogen die Einzelheiten seines Traums. Doch der Streit mit Dagmar, seiner Frau, der seinem Schlaf und Traum vorausgegangen war, lebte in ihm  auf. »Weshalb ist sie so unzufrieden und giftig?«, fragte er sich. »Sie hat doch alles! Und was hatte sie zuvor? Einen Haufen Schulden, eine Wohnung in einer Bruchbude, eine Rostlaube mit abgelaufenem TÜV und keinen Vater für Katja! Für sie hatte Vater Staat die Alimente vorge-streckt. Ja, mit offenem Herzen habe ich das Mädchen adoptiert, weiß Gott, ja. Ich spürte schon am ersten Tag, dass es zwischen ihr und ihrer Mutter nicht stimmte, umso mehr  zwischen ihr und mir.« Alfred erinnerte sich, dass Katja und er sich vom ersten Augenblick an mochten. Mit Dagmars aufkeimender  Launenhaftigkeit, die sich gegen ihn und Katja richtete, war das Mädchen für ihn im Haus zum einzigen Lichtblick geworden. Das jedoch habe ihm Dagmar nicht gegönnt. »Glaubst du, ich habe es auch dieses Mal nicht bemerkt,  dass du deinem Adoptivvater schöne Augen machst.« Mit dieser Bezichtigung stieß sie die eigene Tochter vor den  Kopf, als diese ihm ein Bier eingeschenkt hatte, ihm noch eine Bratwurst vom Grill holen und auf seinen Teller  Gurkensalat nachlegen wollte. Eine seiner Leibspeisen, die er in den warmen Jahreszeiten besonders schätzte.  »Neulich, als du ihm die Haare geschnitten hast, ist mir ein Licht aufgegangen. Von da an musste ich nicht länger  rätseln, weshalb du jeden deiner Verehrer schon nach kurzer Zeit wieder den Laufpass gegeben hast.« Im Nu löste  sich das Beisammensein im Garten auf. Schließlich saß Dagmar alleine am Tisch. Katja war in ihr Zimmer  geflüchtet und Alfred ins Wirtshaus. Nicht einmal die laue Sommernacht hatte beide zurückhalten können; sie  nahmen die Schwüle in Kauf, vor der sie am Abend Reißaus genommen hatten. Nach ihrer Friseurinnenlehre und bestandener Gesellenprüfung mietete sich Katja in Neumarkt eine Wohnung.  Alfred wäre es lieber gewesen, wenn sie bei ihm im Haus geblieben wäre oder wenigstens ihre Möbel dagelassen  hätte. Doch diese Wünsche behielt er für sich. Weder ihren Namen noch Fragen zu ihrem Befinden noch den Grad seiner Sympathie zu ihr, wagte er in Gegenwart seiner Frau in den Mund zu nehmen. Trotzdem glaubte sie zu  wissen, was Katja ihm bedeutete. Darüber hatte sich Dagmar immer wieder in Behauptungen verstiegen, zuletzt  wenige Tage vor Katjas Umzug nach Neumarkt. »Du hast nur meine Tochter im Kopf, die immerhin deine Adoptivtochter ist, du alter Bock, du, und das von  An-fang an. Sag, schämst du dich gar nicht?« Es hatte ihm auch diesmal die Sprache verschlagen. Gezeichnet von  einer Tränenattacke war er zu mehr als einem Kopfschütteln nicht imstande gewesen, denn er fühlte sich so  unschuldig wie ein kleines Kind. Und obwohl ihm auf der Zunge lag, er sei doch nicht wie jener Prominente…,  brachte er kein Wort über die Lippen. Stattdessen erinnerte er sich an seine letzte Begegnung mit Katja; für ihn ein untrüglicher Beweis, dass sie seit ihrer ersten Begegnung miteinander verschworen waren. Er hatte in Neumarkt einen Zahnarztbesuch hinter sich gebracht, und sie wollte an ihrem freien Montag,  angelockt von der Wärme und Pracht der Frühjahrssonne, in der Stadt ein bisschen bummeln. Im Schatten des  Münsters kreuzten sich ihre Wege, und die Nachwirkungen von Alfreds Backenzahnbehandlung waren wie  weggeblasen. Er schmunzelte. Es bedurfte keiner Absprache zu einer Einkehr beim Gottfried. Im Nu standen sie  vor dessen Laden und Imbiss. »Wir haben Glück«, kommentierte Katja ihren Blick durchs Fenster, »schau, an dem Tisch dort sind noch zwei Plätze frei – wie für uns geschaffen, wir können sogar gegenübersitzen.« Die 23-Jährige ergriff Alfreds Hand und zog ihn ins Innere des Lokals. Auf Barhocker gezwängt stießen sie an.  Katja hatte an der Theke einen Weißwein bestellt und Alfred ein Wasser. »Gibt´s die Maunzi noch?«, eröffnete Katja die Unterhaltung. »Ja!«, antwortete Alfred. »Ich vermisse sie und nicht nur sie«, meinte Katja vielsagend und fügte hinzu: »Verwöhnst du sie noch mit  Leckerbissen aus dem Kühlschrank, bevor du ins Bett gehst?« »Ab und zu, Katja, ja, ab und zu!« »Soll ich dir dabei einmal helfen?« Alfred holte Luft und wollte erwidern, dass es ihm lieber wäre, wenn sie darauf verzichten würde, doch er äußerte: »Nichts lieber als das!« »Zuvor schreib ich dir eine SMS«, brachte Katja ihre Freude zum Ausdruck. Alfred lag auf der Zunge, dass er so gut wie nie sein Handy eingeschaltet habe und so gut wie nie seine Mitteilungen kontrolliere, doch nichts davon erreichte Katjas Ohr. Ihm war bewusst, wie belastend seine Zustimmung für ihn werden konnte. »Ach, wer weiß«, tat er diese Ahnung ab. *** Als es dämmerte erwachte Dagmar. Vergeblich tastete sie im Bett neben sich nach Alfred. »Warum habe ich ihn auf der Couch schlafen lassen, als ich ins Bett gegangen bin?«, haderte sie mit sich. »Typisch«, grummelte sie, als sie das Schlafzimmer verlassen hatte und ins Parterre hinuntergegangen war. Dort schien das Küchenlicht durch die offenstehende Tür in den Flur. Sie betrat die Küche, und ihr Herz begann zu rasen. »Alfred, bist du hier?« Mit diesem Pfeifen im Wald hatte Dagmar ihre Angst um ihn zu unterdrücken versucht. Doch außer ihr war niemand in der Küche. Dagmar kehrte zurück in den Flur. Durch die Milchverglasung in der Wohnzimmertür schimmerte kein Licht. »Ich wette jeden Betrag, dass ich im Wohnzimmer das Licht brennen ließ und den Fernseher ausschaltete, bevor ich um zehn ins Bett ging – merkwürdig«, schoss es ihr durch den Kopf. Im Wohnzimmer angekommen, sprach sie in die Dunkelheit hinein: »Alfred, bist du vielleicht wachgeworden und hast das Licht gelöscht, bevor du dich wieder zum Schlafen auf die Couch gelegt hast?« Doch ihr blieb eine Antwort versagt. Dagmar machte Licht. Außer ihr befand sich niemand im Wohnzimmer. Überall im Haus, in der Garage und draußen im Holzschuppen wollte sie ihn suchen. Doch sie zögerte. »Er wird sich doch nichts angetan haben«, wisperte sie und versuchte, mit einem Atemstoß den Druck in ihrer Brust zu mindern. »Weiß dieser Idiot denn nicht, was er uns damit antut? Weshalb nimmt er sich alles so zu Herzen, dieser Idiot, dieser verdammte Idiot, dieser alte, unappetitliche Mann, dieser schreckliche Knauser. Er stammt von einem Bauern ab, und er blieb ein Bauer, Ingenieur hin oder her. Als solcher war er mehr ein Tüftler als ein Ingenieur. Würde es ihn nicht geben, könnte Katja ihm keine schönen Augen machen, und mir blieben seine politischen Ansichten erspart – unerträglich sind die«, sagte sie kopfschüttelnd vor sich hin. Ihr Streit mit Alfred hatte sie eingeholt.